• Wenn auch der Fahnenträger in den Schlachten nicht kämpft, ist er doch nicht in geringerer Gefahr und hat es innerlich schwerer als alle. Er kann sich ja nicht verteidigen, weil er das Banner hält, das er nicht aus den Händen lassen darf, auch wenn man ihn in Stücke haut.
    So ist es auch die Pflicht der Kontemplativen, die Fahne der Demut voran zutragen und alle Streiche hinzunehmen, ohne einen einzigen zu erwidern. Es ist ja ihr Amt, gleich Christus zu leiden, das Kreuzesbanner hoch erhoben. Sie dürfen es nicht aus den Händen lassen, welche Gefahren auch immer drohen und keine Schwäche zeigen, denn dafür erhielten sie ihr ehrenvolles Amt. Der Kontemplative gebe Acht, denn wenn er das Banner loslässt, ist die Schlacht verloren.
    Erika Lorenz, Texte zum Nachdenken, Herder-Verlag, Freiburg


    Theresa von Ávila


  • Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Mt 11,29
    Matthäus-Evangelium




    Das Kreuz ist mein Buch. Ein Blick auf das Kreuz lehrt mich bei jeder Gelegenheit, wie ich mich zu verhalten habe. Da lerne ich Geduld und Demut. Da lerne ich jedes Kreuz mit Geduld tragen, ja, es wird mir süß und leicht. Briefe
    Bruder Konrad


  • Den Demütigen nimmt Gott in seinen Schutz und rettet ihn; den Demütigen liebt und tröstet er; zum Demütigen neigt er sich hernieder; dem Demütigen schenkt er große Gnade und erhöht ihn nach den Tagen der Erniedrigung; dem Demütigen offenbart er seine Geheimnisse und ladet und zieht ihn freundlich zu sich. Der Demütige fühlt auch dann, wenn Schmach und Schande ihn treffen, festen Frieden in sich; denn Gott ist seine Stütze, nicht die Welt. II 2

    Nachfolge Christi


  • Hier sind einige Mittel und Wege, um Demut zu üben:

    - So wenig wie möglich über sich selbst sprechen;
    - sich nur um die eigenen Dinge kümmern;
    - Neugierde vermeiden;
    - nicht die Angelegenheiten der anderen regeln wollen;
    - Widersprüche und Zurechtweisungen fröhlich annehmen;
    - die Fehler der anderen übersehen;
    - den Tadel auf sich nehmen, auch wenn man unschuldig ist;
    - dem Willen der anderen nachgeben;
    - Beleidigungen und Ungerechtigkeiten annehmen;
    - annehmen, dass man vernachlässigt, vergessen oder nicht geliebt wird;
    - freundlich und sanft sein, auch wenn man herausgefordert wird;
    - nicht versuchen, besonders geliebt oder bewundert zu werden;
    - sich niemals auf die eigene Würde etwas zugutehalten;
    - in Diskussionen nachgeben, auch wenn man Recht hat;
    - immer das Schwerste wählen.

    Mutter Teresa