• „Wie rastlos ist doch das Denken, stürmisch, stark und hartnäckig. Mir scheint, es ist ebenso schwer zu bändigen wie der Wind.“
    „O Arjuna, ohne Zweifel ist der Geist schwer zu zügeln und ruhelos; doch kann er durch beständige Übung und Nicht-Verhaftetsein beherrscht werden.“ VI 34-35
    Bhagavadgītā




    Man vergleicht das menschliche Denken mit einem Affen, der seinem Wesen nach ruhelos ist, dann trunken wird vom Wein der Wünsche, darauf vom Skorpion des Neids gestochen wird, bis schließlich der Dämon des Stolzes von ihm Besitz ergreift und Überheblichkeit sich ausbreitet. Wie schwer ist es, solch ein Denken zu beherrschen!
    Abenteuer des religiösen Lebens, vgl CW I Raja Yoga

    Yatiswarananda


  • Wie ein Affe, ihr Mönche, der in einem Walde, einem Gehölz umherstreift, einen Ast ergreift und den fahrenlässt und einen andern ergreift, so entsteht und vergeht, was Geist genannt wird oder Denken oder [wahrnehmendes] Bewusstsein, immer wechselnd Tag und Nacht.
    Samyutta Nikāya 12


    Buddha


  • Wie ist alle Erkenntnis in der Welt erlangt worden, wenn nicht durch Konzentration des Denkens? Die Welt ist bereit, ihre Geheimnisse preiszugeben, wenn wir nur richtig anklopfen, ihr den notwendigen Stoß versetzen. Die Durchschlagskraft dieses Stoßes entsteht durch Konzentration. Es gibt keine Grenze für die Kraft des menschlichen Denkens. Je konzentrierter es ist, desto mehr Kraft kann auf einen Punkt gerichtet werden. Das ist das Geheimnis.
    Vedanta: Der Ozean der Weisheit, O.W. Barth Verlag, München


    Der Gedanke ist das allein Maßgebende, denn wir werden, was wir denken. Aus einem Menschen, der sich Tag und Nacht für schlecht, niedrig und für ein Nichts hält, kann auch nichts werden. Sagst du aber: „Ja, ja, ich bin, ich bin“, so wirst du sein, und sagst du dir, dass du ein Nichts bist, und meditierst Tag und Nacht darüber, so wirst du auch ein Nichts werden. Diese Tatsache solltest du dir stets vor Augen halten.
    Eine Biographie, Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl-Eglofstal


    Vivekananda


  • Alles hängt vom Denken ab. Fesselung und Befreiung existieren nur im Denken. Das Denken nimmt jede Farbe an. Es ist wie ein weißes Laken, das frisch aus der Wäscherei kommt. Taucht man es in rote Farbe, so wird es rot, und taucht man es in blaue oder grüne, dann wird es blau oder grün. Es nimmt die Farbe an, in die man es taucht. Habt ihr schon bemerkt, dass man, wenn man ein bisschen Englisch gelesen hat, sofort anfängt, englische Worte zu gebrauchen? Dann zieht man Schuhe an und flötet eine Melodie, und so geht es weiter. Wenn ein Gelehrter Sanskrit studiert, rasselt er sofort Sanskritverse herunter. Geratet ihr in schlechte Gesellschaft, werdet ihr wie eure Gefährten denken und reden. Wenn ihr euch aber in der Gesellschaft von Gottesverehrern befindet, denkt und sprecht ihr nur noch über Gott.
    Bindung liegt im Denken, und Freiheit liegt auch im Denken. Der Mensch ist frei, wenn er ständig denkt: ‚Ich bin eine freie Seele. Wie kann ich gebunden sein, ob ich nun in der Welt lebe oder im Walde? Ich bin ein Kind Gottes, des Königs der Könige. Wer kann mich binden?’ Nach einem Schlangenbiss kann man das Gift loswerden, wenn man felsenfest erklärt: ‚Es ist kein Gift in mir.’ Wenn man genauso entschlossen erklärt: ‚Ich bin nicht gebunden, ich bin frei’, dann wird man auch frei. IV, Das Vermächtnis, O.W. Barth Verlag, München
    Rāmakrishna