• Haben Sie jemals einen Menschen interviewt, der ein Nahtod-Erlebnis hatte in Verbindung mit einem Selbstmordversuch?

    - Ich kenne einige wenige Fälle, in denen ein Selbstmordversuch die Ursache für den offensichtlichen „Tod“ gewesen ist. Diese Erfahrungen wurden einhellig als unangenehm dargestellt.
    Eine Frau drückte das so aus: „Wer hier eine betrübte Seele zurücklässt, wird drüben selber eine betrübte Seele sein.“ Kurz gesagt, diese Menschen berichten, dass die Konflikte, denen sie durch einen Selbstmord ausweichen wollten, immer noch existiert haben, als sie „tot“ waren, und zwar in noch schärferer Form. In ihrem körperlosen Zustand waren sie außerstande, aktiv an der Lösung ihrer Probleme zu arbeiten, vielmehr mussten sie ohnmächtig mit ansehen, welche unheilvollen Konsequenzen ihre Tat nach sich zog.

    Ein Mann versank nach dem Tode seiner Ehefrau in so tiefe Verzweiflung, dass er sich mit einer Kugel das Leben nehmen wollte. Er ... konnte doch noch einmal gerettet werden. Er sagt: „Ich bin nicht dahin gekommen, wo meine Frau war. Ich kam an einen schauervollen Ort ... Ich erkannte sofort, was für einen großen Fehler ich begangen hatte ...“ Leben nach dem Tod, Rowohlt Verlag, Reinbek
    Raymond A. Moody

  • Selbstmord ist ohne Zweifel eine große Sünde. Ein Mensch, der sich selbst tötet, muss immer wieder auf diese Welt zurückkehren und ihre Leiden durchmachen. V, Das Vermächtnis, O.W. Barth Verlag, München

    Rāmakrishna

  • Der Kelch

    Das ist dein Kelch — für dich bestimmt von Anfang an.
    Nein, mein Kind, ich weiß, wie viel gemischt ist in den dunklen Trank
    Von deinem eigenen Gebräu aus Irrtum und Leidenschaft, gesammelt
    In längst verlorenen Jahrtausenden, ich weiß.

    Das ist dein Weg — schmerzlich und trüb.
    Die Steine hab ich selbst dir in den Weg gelegt.
    Den Freund setzt ich auf freundlicheren Pfad,
    und ich zieh ihn, wie dich, an meine Brust.
    Doch du, mein Kind, musst diesen Weg begehen.

    Das ist dein Werk. Freude und Anmut mangeln ihm,
    doch ist’s für dich allein bestimmt,
    und meine Welt kommt ohne dieses Werk nicht aus,
    so nimm es an. Du musst es nicht verstehen.
    Schließ, ich bitte dich, die Augen
    Und erblick mein Angesicht.

    Aus: SARTORY, KRISHNAS FLÖTE, TEXTE ZUM NACHDENKEN, HERDER-VERLAG
    Vivekananda