• Entsagung ist das Aufgeben des Versuchs, das Unbegrenzte durch das Begrenzte ausdrücken zu wollen. III, Jnana-Yoga: Der Pfad der Erkenntnis, Phänomen Verlag, Hamburg
    Vivekananda




    Ist ein Sterblicher sich bewusst, dass er altern und sterben wird, weiß er aber zugleich, dass er Unsterblichkeit erlangen kann, warum sollte er sich dann nach Farbenpracht und Lust und Freuden sehnen? Wie könnte ihn ein noch so langes Leben reizen? I 28
    Katha-Upanischade


  • Ein Mensch kann sich von der Verhaftung an ‚Frauen und Gold‘ freimachen, wenn er durch die Gnade Gottes starke Entsagung entwickelt. Wie sieht diese starke Entsagung aus? Wer nur leichte Entsagung betreibt, der sagt: ‚Alles wird sich im Laufe der Zeit ergeben. Im Augenblick will ich nur Gottes Namen wiederholen.‘ Ein Mensch mit starker Entsagung ist jedoch so ruhelos nach Gott wie eine Mutter nach ihrem Kind. Ein Mensch mit starker Entsagung sucht nichts anderes als Gott. Die Welt ist für ihn wie ein tiefer Brunnen, er hat das Gefühl, darin ertrinken zu müssen. Seine Verwandten sind für ihn wie Giftschlangen, denen er entfliehen möchte, und er tut es auch. Er sagt nicht: ‚Erst werde ich mich um meine Familie kümmern und dann an Gott denken.‘ Er besitzt große innere Entschlusskraft. V, Das Vermächtnis, O.W. Barth Verlag, München

    Rāmakrishna


  • Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. 7,13
    Matthäus-Evangelium




    Wenn der Mensch in der Übung der inneren Einkehr steht,
    hat das menschliche Ich für sich selbst nichts.
    Das Ich hätte gerne etwas,
    und es wüsste gerne etwas,
    und es wollte gerne etwas.
    Bis dieses dreifache „Etwas“ in ihm stirbt,
    kommt es den Menschen gar sauer an.
    Das geht nicht an einem Tag
    und auch nicht in kurzer Zeit.
    Man muss dabei aushalten,
    dann wird es zuletzt leicht und lustvoll.
    Johannes Tauler


  • Anziehend erscheint denen, die ungläubig sind, das diesseitige Leben, und sie verhöhnen diejenigen, die glauben. Doch diejenigen, die gottesfürchtig sind, werden am Tag der Auferstehung über ihnen stehen. 2:212

    Koran


  • Diese dreifache Askese (des Körpers, der Rede und des Geistes) nennt man „gut“, wenn sie von Menschen ausgeglichenen Geistes, die keinen Lohn erwarten, im vollkommensten Glauben ausgeführt wird.

    Jene Askese, die geübt wird, um Achtung, Ehre und Verehrung zu gewinnen oder sich zur Schau stellen zu können, wird „leidenschaftlich“ genannt; sie ist unbeständig und ohne Dauer.

    Jene Askese, die sich in törichter Hartnäckigkeit selbstquälerischer Mittel bedient oder andere zu benachteiligen sucht, wird „töricht“ genannt. XVII 17-19

    Bhagavadgītā


  • Alle Entsagung geschieht um noch nicht erfahrener größerer Freude willen.
    Manch einer entsagt um der Befriedigung willen, die aus einer erfüllten Pflicht entsteht; andere entsagen um der Freude des Friedens willen; wieder andere um der Freude Gottes willen; und noch andere um der Freude der Selbstkasteiung willen;
    Entsage lieber um der Befreiung willen und des ungetrübten Entzückens darüber. Theodora Karnasch, Patmos Verlag, Düsseldorf
    Aurobindo