• Wer die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus. Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei. 8,34-36

    Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. 8,51

    Johannes-Evangelium


  • Jedes Wort, jede Tat, jeder Gedanke, die eine Wirkung auslösen, wird Karma genannt. Somit ist das karmische Gesetz das Gesetz der Kausalität, das unumgängliche Gesetz von Ursache und Wirkung. Alles, was wir sehen, fühlen oder tun, jede irgendwo im Universum ausgeführte Handlung ist einerseits die Auswirkung einer vergangenen Tat und wird ihrerseits zur neuen Ursache mit ihrer eigenen Wirkung. Jeder von uns ist das Ergebnis einer unendlichen Vergangenheit. Das Kind tritt nicht in die Welt wie etwas von den Händen der Natur ins Dasein Geworfenes, wie es Dichter so gerne darstellen, sondern es trägt die Bürde einer unendlichen Vergangenheit; ob gut oder böse, es hat seine eigenen vergangenen Taten auszuleben. So entstehen die Unterschiede. Dies ist das karmische Gesetz. Jeder von uns ist der Schöpfer seines eigenen Schicksals. Eine Biographie, Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl-Eglofstal

    Wiedergeburt ist nur ein Märchen, was die Seele anbelangt.

    Vivekananda


  • Karma bedeutet nicht Verhängnis. Wenn die Gegenwart das Ergebnis der Vergangenheit ist, muss die Zukunft das Ergebnis der Gegenwart sein. Wir ernten, was wir säen. Dies gibt uns den Antrieb für eigene Anstrengungen. Ein altes Sprichwort sagt:

    „Säe einen Gedanken und ernte eine Tat.
    Säe eine Tat und ernte eine Gewohnheit.
    Säe eine Gewohnheit und ernte einen Charakter.
    Säe einen Charakter und ernte ein Schicksal.“

    Eigene Anstrengungen bestimmen das Schicksal und können es auch ändern. Es ist eine Tatsache, dass wir bis zu einem gewissen Grade wieder aufheben können, was wir getan haben. Buddha hat zu seinen Schülern gesagt: „Seid euch selbst eine Lampe. Verlasst euch nicht auf äußere Hilfe. Je mehr ihr euch auf euch selbst verlasst, umso mehr erkennt ihr eure eigenen Fähigkeiten.“ Wir müssen akzeptieren, was in der Vergangenheit geschehen ist, aber wir können gleichzeitig neue Anstrengungen machen, um dem, was geschehen ist, entgegenzuwirken. Abenteuer des religiösen Lebens


  • Das Selbst ist sein eigener Vorfahr. Das Selbst mit seinen Bindungen, Neigungen und den Ergebnissen früherer Erfahrungen verbindet sich bei der Geburt mit dem Körper. Durch Nichterkenntnis individualisiert, wird es eins mit Denken und Sinnen. Das ist die feinstoffliche Hülle des Menschen, und wenn sie sich vom materiellen Körper trennt, sprechen wir von Tod. Was „stirbt“, bleibt aber erhalten und kommt auch wieder. Mit all seinem Kommen und Gehen bleibt das Selbst als Teil des ewigen Bewusstseins stets erhalten. Abenteuer des religiösen Lebens

    Yatiswarananda


  • Es hätte nicht den geringsten Sinn, die gleiche Persönlichkeit oder den gleichen Charakter Millionen Male vom Anbeginn der Zeit bis an ihr Ende zu wiederholen. Die Seele tritt um der Erfahrung willen in die Geburt ein, um des Wachstums und der Entwicklung willen, bis sie das Göttliche in die Materie bringen kann. Es ist das zentrale Wesen, das sich inkarniert, nicht die äußere Persönlichkeit, − die Persönlichkeit ist lediglich eine Form, die das zentrale Wesen in diesem einen Leben sich für seine Erfahrungen schafft. In einer anderen Geburt wird es sich eine andere Persönlichkeit schaffen, andere Fähigkeiten, ein anderes Leben, das anders verläuft.
    Und das ist die immerwährende Hinzufügung, die dazu beiträgt, dem Göttlichen entgegenzuwachsen. Das Rätsel dieser Welt

    Aurobindo


  • Alle Ethiksysteme lehren: „Stiehl nicht!“ Sehr gut. Doch weshalb stiehlt ein Mensch? Weil alles Stehlen,  Rauben und andere schlechte Handlungen automatisch geworden sind. Der systematische Räuber, Dieb, Lügner, Ungerechte, sie alle sind so, weil sie nicht anders können! Das ist ein riesiges psychologisches Problem. Wir sollten den Mensch im nachsichtigsten Licht sehen. Sollen wir stolz sein, weil wir gut sind? Gewiss nicht. Wir sind gut, weil wir nicht anders können.
    CW II Anweisungen zur praktizierten Spiritualität

    Vivekananda


    Je wissender wir sind, desto weniger sind wir auf unsere Überlegenheit stolz. Uns wird deutlich, wie unendlich hilflos und gebrechlich manche menschliche Wesen sind. Betrachten wir das verzerrte Leben der Armen, so sehen wir, wie sehr das Gesetz des Karma wahr ist. Wenn sie nachlässig und verbrecherisch sind, so lasst uns fragen, welche Gelegenheit sie hatten, für sich ein anderes Leben zu wählen.
    Nichts ist so falsch wie der Gedanke, Unglück käme nur zu denen, die es verdienen. Die Welt ist ein Ganzes, und wir sind einer wie der andere Glieder, und wir müssen einer für den anderen leiden. Meine Suche nach Wahrheit, Bertelsmann
    Radhakrishnan