•     „Was meint ihr wohl, Mönche: ist die Form unvergänglich oder
        vergänglich?“
        „Vergänglich, o Herr!“
        „Was aber vergänglich, ist das weh' oder wohl?“
        „Weh', o Herr!“
        „Was aber vergänglich, wehe, wandelbar ist, kann man etwa davon
        behaupten: ‚Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst’?“
        „Gewiss nicht, o Herr!“


  • „Was meint ihr wohl, Mönche: ist das Gefühl, die Wahrnehmung, die Unterscheidung, das [wahrnehmende] Bewusstsein unvergänglich oder vergänglich?“
    „Vergänglich, o Herr!“
    „Was aber vergänglich, ist das weh' oder wohl?“
    „Weh', o Herr!“
    „Was aber vergänglich, wehe, wandelbar ist, kann man etwa davon behaupten: ‚Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst’?“
    Majjhima Nikaya XI.9





    [Anm.: 'Achtsamkeit' kann als praktiziertes Unterscheidungsvermögen angesehen werden.]




  • Was ist aber, ihr Mönche, das unheilige Ziel? Da sucht, ihr Mönche, einer, selber der Geburt unterworfen, was auch der Geburt unterworfen ist; selber dem Altern unterworfen sucht er was auch dem Altern unterworfen ist; selber der Krankheit unterworfen sucht er was auch der Krankheit unterworfen ist; selber dem Sterben unterworfen sucht er was auch dem Sterben unterworfen ist; selber dem Schmerz unter- worfen sucht er was auch dem Schmerze unterworfen ist; selber dem Schmutz unterworfen sucht er was auch dem Schmutze unterworfen ist. 
    Was aber, ihr Mönche, nennet ihr der Geburt unterworfen? 

    Weib und Kind, ihr Mönche, ist der Geburt unterworfen, Knecht und Magd ist der Geburt unterworfen, Lamm und Ziege ist der Geburt unterworfen, Schwein und Hahn ist der Geburt unterworfen, Elefant und Rind, Hengst und Stute ist der Geburt unterworfen, Gold und Silber ist der Geburt unterworfen.

    Der Geburt unterworfen sind diese Gebilde, ihr Mönche; und da sucht man verlockt, geblendet, hingerissen, selber der Geburt unterworfen was auch der Geburt unterworfen ist. Majjhima Nikaya III.6


  • Da hat nun der ehrwürdige Anando das Schutzhaus betreten, den Türkopf umklammert und ist weinend gestanden: „Wie muss ich kämpfen, ach, muss da noch ringen: und es geht mir der Meister nun zur Erlöschung hin, der sich meiner erbarmte!“

    Alsbald aber wandte sich der Erhabene an die Mönche: „Wo ist wohl, ihr Mönche, Anando?“
    Anando kam zum Erhabenen heran, verbeugte sich ehrerbietig und setzte sich beiseite nieder. Zum ehrwürdigen Anando, der da beiseite saß, sprach nun der Erhabene also:

    „Genug, Anando, sei nicht traurig, lasse die Klage: hab’ ich denn das nicht vorher schon verkündet, dass eben alles, was einem lieb und angenehm ist, verschieden werden, aus werden, anders werden muss? Woher könnte das hier, Anando, erlangt werden, dass das, was geboren, geworden, zusammengesetzt, dem Verfall unterworfen ist, da doch nicht verfallen sollte: das gibt es nicht.“
    Digha Nikāya 16.5.6, letzte Reden

    Buddha




  • Die Auflösung der Nichterkenntnis geschieht durch ununterbrochenes Unterscheidungsvermögen zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen mit der Erkenntnis, dass das Selbst nicht die Natur ist, dass Es weder Denken noch Materie und deshalb unwandelbar ist. Nur die Natur verwandelt sich, kombiniert, entsteht und löst sich auf, und das unaufhörlich. 
    Wenn wir durch ständiges Üben Unterscheidungsvermögen erlangen, verschwindet die Nichterkenntnis, und das Selbst leuchtet in seinem wirklichen Wesen, allwissend, allmächtig und allgegenwärtig.
    CW I Raja-Yoga, 26

    Vivekananda