• Ich bin nun achtundsiebzig Jahre alt und habe in meinem Leben so viel gesehen. So viele junge Menschen sind gestorben, so viele Menschen in meinem Alter und so viele, die älter waren als ich. So viele Menschen, die an der Spitze standen, sind tief gefallen. So viele Menschen, die unten waren, sind an die Spitze aufgestiegen. So viele Länder haben sich verändert. Es hat soviel Aufruhr und Katastrophen gegeben, so viele Kriege und Seuchen, soviel grauenhafte Zerstörung überall in der Welt. Und doch sind all diese Veränderungen nicht wirklicher als ein Traum. Wenn du tief genug schaust, erkennst du, dass nichts dauerhaft und beständig ist, nichts – nicht einmal das kleinste Härchen auf deinem Körper. Und das ist keine bloße Theorie, sondern etwas, was du wirklich selbst erkennen und mit deinen eigenen Augen sehen kannst. I 2, Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben, Knaur Verlag, München

    Dilgo Khyentse Rinpoche


  •       Denn Zeit und Raum – was sind sie ohne uns?
          Gehen wir dem nach, dann müssen wir erkennen:
          Als Leib sind wir in Zeit und Raum gefangen;
          Doch sind wir Leib? –
          Wir sind seit je das Eine,
          Jetzt und für immer, hier und dort und nirgends;
          Nur wir sind wirklich; Zeit und Raum sind nicht.
         Über das Selbst, Drei Eichen Verlag, Hammelburg

    Ramana Maharshi


  • Der Baum, den wir im Garten sehen, existiert offenkundig, aber nicht aus sich selbst, sondern in Abhängigkeit zu Wasser, Licht, Erde und Luft. Wird ihm nur ein Element entzogen, so stirbt er.
    Seine Beschaffenheit ist demnach eine aus diesen Elementen zusammengesetzte, ist entstanden. Was entstanden ist, vergeht. Das bedeutet der Baum existiert nur zeitlich.
    Grundsätzlich ist alles, was Form hat, entstanden und muss somit vergehen. Alles, was wir sehen, hören, tasten, riechen, schmecken ist entstanden und vergeht. Auch Zeit und Raum selbst sind veränderlich und keine absoluten Größen.
    Vergänglichkeit ist das Gesetz relativer Existenz.