• Was ist dann Sterblichkeit? – Es gibt keine Sterblichkeit außer in der Illusion, die der Mensch sein Leben lang als Angst festhält und als Eindruck, nachdem er diese Erde verlassen hat. The Soul-135

    Unwissenheit über das Selbst verursacht die Angst vor dem Tod. Je mehr wir über das Selbst lernen, desto geringer wird die Angst vor dem Tod; denn wir sehen dann nur noch ein Tor, welches wir von einer Phase des Lebens in eine andere passieren – und die andere Phase ist viel besser. Je spiritueller wir leben, desto geringer wird die Angst vor dem Tod. Je mehr wir in unserer Seele leben, desto geringer wird die Verhaftung an den Körper.
    Karima Sen. Gupta, Texte zum Nachdenken, Herder-Verlag, Freiburg


    Hazrat Inayat Khan

  • Sehen Sie, wir sollten begreifen, dass der Tod nichts anderes ist als die Ablösung des Bewusstseins von einem bestimmten physischen Körper. Indem das Bewusstsein diesen physischen Körper verlässt, tritt es in einen anderen ein. Wie das geschieht, habe ich Ihnen zusammengefasst beschrieben. Es handelt sich um einen unaufhörlichen Prozess, der nur durch Erreichung der Buddhaschaft überwunden werden kann. Es sind nur unsere Unwissenheit, unser egozentrisches Verhaftetsein und unsere Perspektivlosigkeit, die dem Tod alle tragischen Bedeutungen aufbürden, mit denen er besetzt ist.
    Vision des Herzens, Piero Verni, Herder-Verlag, Freiburg


    Dalai Lama XIV

  • Wie der Anfänger ist der Schwertmeister furchtlos, aber im Unterschied zum Anfänger wird er von Tag zu Tag unzugänglicher für Erschreckendes. In jahrelangem unausgesetztem Meditieren hat er erfahren, dass Leben und Tod im Grunde ein und dasselbe sind und derselben Schicksalsebene angehören. So weiß er nicht mehr, was Angst des Lebens und Furcht des Todes ist. Er lebt – und dies ist für das Zen überaus charakteristisch – gern in der Welt, ist aber jederzeit dazu bereit, aus ihr zu scheiden, ohne sich durch den Gedanken an den Tod beirren zu lassen. Wie sich ein Kirschblütenblatt im Strahl der Morgensonne löst und heiter schimmernd zur Erde gleitet, so muss sich der Furchtlose vom Dasein lösen können, lautlos und innerlich unbewegt. Zen in der Kunst des Bogenschießens, O.W. Barth Verlag, München
    Eugen Herrigel



    Wenn du nach dem Tod noch einmal über das Leben nachdenkst, wirst du erkennen, dass alles gleich ist. Nur weil du das, was du akzeptieren musst, nicht akzeptieren willst, quälst du dich.
    Da gibt es welche, die sich über das Sterben Sorgen machen. Ich sage: „Keine Sorge – du stirbst schon!“ 19, http://antaiji.dogen-zen.de, An Dich
    Sawaki Kôdô Rôshi

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          Mit völlig abgelenktem Geist,
          des Todes Nahen nicht bedenkend,
          ganz ohne jeden Sinn zu handeln
          und dann mit leeren Händen heimzukehren,
          wäre völlige Verblendung;
          notwendig ist daher Erkennen der spirituellen Lehren.
          Warum nicht eben jetzt, in diesem Augenblick,
          den Pfad der Weisheit praktizieren?

    Tibetisches Totenbuch