• Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?
    Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
    18,21-22


    Matthäus-Evangelium

  • Ein spiritueller Mensch sollte niemandem gegenüber feindselig gesinnt sein. Indem wir in anderen Fehler sehen, festigen wir die gleichen Fehler in uns selbst. Es ist ein Teufelskreis und eine psychologische Tatsache. Gargi/Brown, Shafts of Light, Kalpa Tree Press, NY

    Ashokananda


  • Klatsch mag unschuldig erscheinen. Dennoch verursacht er unter den Menschen unendlichen Kummer, und zwar in erster Linie für diejenigen, die ihm frönen. Wer sich mit den Fehlern anderer beschäftigt, entwickelt dieselben Fehler in sich selbst; denn in Bewusstsein eines jeden Individuums sammeln sich sowohl gute als auch schlechte Eindrücke und Tendenzen, und wenn wir einen bestimmten Fehler an anderen fortgesetzt kritisieren, werden in unserem Unterbewusstsein ähnliche Neigungen ausgelöst und gestärkt. Machen wir uns umgekehrt zur Gewohnheit, das Gute im anderen zu sehen, lösen und festigen sich auch unsere eigenen guten Tendenzen. Der spirituell Strebende muss also ebenso um seiner selbst wie um der anderen willen bemüht sein, das Kritisieren und Urteilen zu vermeiden. Vedanta and the West

    Prabhavananda



  • Am Denken liegt alles. Nur in Gedanken fühlt man sich rein oder unrein. Erst wird der Mensch durch seine eigenen Gedanken schuldig, dann erst sieht er die Schuld der andern. Schadet es auf irgendeine Weise einem anderen, wenn du seine Fehler aufzählst? Du schadest nur dir selbst. So war meine Einstellung seit meiner Kindheit. Ich kann daher die Fehler eines andern nicht sehen. Wenn jemand eine Winzigkeit für mich tut, versuche ich, selbst das nicht zu vergessen. Fehler an anderen sehen! Nie sollte man das tun. Ich tu es niemals. Verzeihen ist Tapasya, ist eine religiöse Übung. Arupananda

    Sarada Devi