• Zen - der pfadlose Pfad


    Bei einer Rede gegen Ende seines Lebens nahm der Buddha eine Blume in die Hand, zeigte sie seinen versammelten Schülern und drehte sie, ohne ein Wort zu sagen, vorsichtig zwischen seinen Fingern. Niemand verstand, außer Mahākaśyapa: er lächelte. Er allein hatte in diesem Augenblick die Essenz der Lehre des Buddha verstanden.


  • Zur Erläuterung der Natur des Zen (siehe auch Pdf-Datei rechts):

    Shankara spricht von zwei Annäherungsweisen an die Wirklichkeit; eben von jener Dreiteilung [Strebender / der Akt des Strebens / Ziel] und von jener, die keine Dreiteilung kennt und direkt zur Verwirklichung des Unpersönlichen Absoluten führt. Bei dieser Erfahrung des Absoluten geht es um eine Seinstatsache, die mit menschlichem Bemühen nichts zu tun hat. Um das Absolute zu verwirklichen, ist keine andere Anstrengung nötig, als die Nichterkenntnis zu überwinden. Dabei geht es nicht um Handlung, um Karma, sondern um eine in der höchsten Erfahrung enthaltene ontische Wahrheit. Shankara sagt: „Um nicht-duales Wissen zu erlangen, bedarf es keiner Anstrengung. Man muss nur aufhören, das Selbst mit dem Nicht-Selbst zu identifizieren.“ 
    Hieraus sieht man, dass es Shankara vor allem darum ging, einen direkten Weg der Verwirklichung zu begründen, etwas, was sich von der Meditation und der rituellen Gottverehrung, die zeitgebundene, zielorientierte Bestrebungen sind, völlig unterscheidet. Dieser neue Weg, auf dem es keine Unterscheidung zwischen Ziel und Weg gibt, ist wirklich ein „pfadloser Pfad“. Wahrscheinlich meinte er etwas wie die „plötzliche Erleuchtung“ im Zen.Meditation
    Bhajanananda




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    Wenn du das Wesen der „Übung des Zazen“ noch nicht verstehst, wisse bloß, dass es die „Übung eines sitzenden Buddhas“ ist.
    Was diskutierst du über Irre und Erwachen? Shôbôgenzô XII

    Dogen Zenji


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            Erkenntnis, wahre, weiß von Wissen nichts
            Noch von Nichtwissen. Was man Wissen nennt,
            Ist nicht Erkenntnis von der rechten Art.
            Erkenntnis, wahre, ist allein das Selbst,
            Das einsam strahlt, nichts anderes erkennt
            Noch zu erkennen gibt.
            Doch wisse dies:
            Es ist nicht öde Leere.
           Über das Selbst, Drei Eichen Verlag, Hammelburg

    Ramana Maharshi


  • Ich habe immer davon gesprochen, dass Ihr sehr ausdauernd sein müsst, wenn Ihr den Buddhismus verstehen wollt, aber ich war immer auf der Suche nach einem Ausdruck, der besser ist als „Ausdauer“. Die übliche Übersetzung des japanischen Wortes nin ist „Ausdauer“
    (patience), aber vielleicht ist „Beständigkeit“ (constancy) ein besseres Wort. Ausdauernd zu sein müsst Ihr Euch selbst zwingen, aber in Standhaftigkeit, Beständigkeit ist keine besondere Anstrengung enthalten...
    Diejenigen, die den Zustand von Leerheit kennen, und sei es auch nur intuitiv, sind immer in der Lage, ihre Probleme durch Beständigkeit zu lösen.
    Nin ist der Weg, wie wir unseren eigenen Geist kultivieren.
    Nin
    ist unser Weg beständiger Praxis. Zen-Geist, Anfänger-Geist, Herder Verlag, Freiburg

    Shunryu Suzuki