Zen − Der pfadlose Pfad


Bei einer Rede gegen Ende seines Lebens nahm der Buddha eine Blume in die Hand, zeigte sie seinen versammelten Schülern und drehte sie, ohne ein Wort zu sagen, vorsichtig zwischen seinen Fingern. Niemand verstand, außer Mahākaśyapa: er lächelte. Er allein hatte in diesem Augenblick die Essenz der Lehre des Buddha verstanden.

Buddha suchte intensiv und hat sich auf viele Arten selbst getäuscht. In sechs Jahren spiritueller Übung brachte er sich fast um. Erst als er die Sinnlosigkeit des Ganzen sah, wurde ihm das klar. Er merkte: „Wozu ist das gut? Wonach suche ich eigentlich? Was versuche ich, über mich selbst zu erfahren, wenn alles einfach da ist?“ So etwas wie Selbsterkenntnis gibt es nicht. Es gibt nur das Selbst − das ist alles. Die Frage nach dem Erwerb von Wissen über das Selbst stellt sich nicht. Es geht nur darum, still zu werden. Wenn man still ist, ist alles Selbst. Isha Forest Flower 9-2021

Sadhguru


Wenn du das Wesen der „Übung des Zazen“ noch nicht verstehst, wisse bloß, dass es die „Übung eines sitzenden Buddhas“ ist.
Was diskutierst du über Irre und Erwachen? Shôbôgenzô XII

Dogen Zenji


Erkenntnis, wahre, weiß von Wissen nichts
Noch von Nichtwissen. Was man Wissen nennt,
Ist nicht Erkenntnis von der rechten Art.
Erkenntnis, wahre, ist allein das Selbst,
Das einsam strahlt, nichts anderes erkennt
Noch zu erkennen gibt.
Doch wisse dies:
Es ist nicht öde Leere.
Über das Selbst, Drei Eichen Verlag, Hammelburg

Ramana Maharshi

Ich habe immer davon gesprochen, dass Ihr sehr ausdauernd sein müsst, wenn Ihr den Buddhismus verstehen wollt, aber ich war immer auf der Suche nach einem Ausdruck, der besser ist als „Ausdauer“. Die übliche Übersetzung des japanischen Wortes nin ist „Ausdauer“ (patience), aber vielleicht ist „Beständigkeit“ (constancy) ein besseres Wort. Ausdauernd zu sein müsst Ihr Euch selbst zwingen, aber in Standhaftigkeit, Beständigkeit ist keine besondere Anstrengung enthalten...
Diejenigen, die den Zustand von Leerheit kennen, und sei es auch nur intuitiv, sind immer in der Lage, ihre Probleme durch Beständigkeit zu lösen.
Nin ist der Weg, wie wir unseren eigenen Geist kultivieren.
Nin
ist unser Weg beständiger Praxis. Zen-Geist, Anfänger-Geist, Herder Verlag, Freiburg

Shunryu Suzuki