Der Körper

 

Vier Körperknoten

Vier Knoten gibt es, ihr Mönche:
Begehren als Körperknoten,
Hass als Körperknoten,
Überschätzen von Tugendwerk als Körperknoten,
‚Dies nur ist Wahrheit’ zu denken, sich angewöhnen als Körperknoten. Samyutta Nikaya 45

Buddha

Wie Körper und Geist zusammenhängen


Der gesamte Körperaufbau, erklärte der Buddha, besteht aus kleinsten Teilchen (kalapa), die wiederum aus den vier Elementen und deren untergeordneten Eigenschaften zusammengesetzt sind.
Fährt man fort, sich selbst zu beobachten, wird klar, woraus kalapa hervorgehen: sie sind das Produkt der Eingabe, die man in den Lebensfluss macht, in den Fluss von Materie und Geist.
Macht jemand im gegenwärtigen Moment eine Eingabe von Ärger, beeinflusst der Geist sofort die Materie, und kalapa mit einem vorherrschenden Feuer-Element werden anfangen zu entstehen, was zu einer Empfindung von Wärme führt. Ist die Eingabe Angst, dann wird bei dem erzeugten kalapa das Element Luft vorherrschen, und man bekommt eine Empfindung des Kribbelns, usw.
Jeder samskara ist ein Same, der Früchte bringt, also nach einiger Zeit eine Wirkung hervorruft. Jede Empfindung die man hat, während man den Samen sät, wird als gleiche Empfindung wieder auftauchen, wenn die Frucht dieses samskaras an die Oberfläche des Geistes kommt. Aus dem Audio-Vortrag des Vipassana-KursesGoenka

Beim Körper beginnen


Dabei müsen wir berücksichtigen, was manchmal beim Beten und überhaupt bei der geistlichen Übung zu wenig beachtet wird, nämlich die Rolle unseres Leibes. Er ist der Tempel des Heiligen Geistes und das Instrument der Gottes-Begegnung. Die innere Sammlung im eigenen Herzen ist etwas ganz anderes als nur eine intellektuelle Konzentration, um eine momentane Aufgabe möglichst gut zu erledigen; wer zur inneren Geistsammlung im Herzen gelangen möchte, … der muss von seinem Leib ausgehen, so, wie er sich darin findet.Unterweisung im Herzensgebet, Eos Verlag, St. Ottilien

Emmanuel Jungclaussen



Zen ist nichts Spirituelles – Zen wird mit dem Körper praktiziert.
Satori (Erleuchtung) vollzieht sich nicht in deinem Kopf. Satori wird mit dem Körper ausgeübt. Es bedeutet, sich in der Haltung Buddhas zu üben. Was sich „spirituell“ nennt, ist nur mit Vorsicht zu genießen. Zen-Praxis muss beim Körper beginnen. Zen ist die größte Lüge aller Zeiten 15, http://antaiji.org/de/

Sawaki Kôdô Rôshi


Lernen muss der Mensch, seinen Gott kraftvoll in wesentlicher Weise in sich hineinbilden zu können.
Meister Eckhart




Hört Tag und Nacht, dass ihr diese Seele seid. Erfüllt den ganzen Körper mit dieser einen Vorstellung. Erfüllt euch mit dem Ideal.
Vivekananda


Wenn dein ganzer Körper von Licht erfüllt und nichts Finsteres in ihm ist, dann wird er so hell sein, wie wenn die Lampe dich mit ihrem Schein beleuchtet. 11,36

Lukas-Evangelium

Vernunftgemäß sind wir nicht der Körper, aber das lichte Bewusstsein, das wir sind, durchdringt ihn ganz. Oft neigt man dazu, eine bestimmte Körperstelle, beispielsweise den Kopf, als Ausgangspunkt zu nehmen. Manchmal wird vorgeschlagen, die Aufmerksamkeit auf die Brustmitte oder das spirituelle Herz zu richten, um es bewusst zu machen und auch zu heilen. Im Grunde ist sich das Bewusstsein jedoch jeder Körperstelle gleichzeitig gewahr.

Das Zitat von Goenka macht den engen, untrennbaren Zusammenhang von Geist und Körper deutlich. Chronische körperliche Krankheiten ereilen uns demnach nicht zufällig und sind selten äußerlich bedingt.

Da sich umgekehrt die körperliche Haltung auch auf den Geist auswirkt, hat die Körperhaltung für die Praxis eine gewisse Bedeutung. Man sitzt aufrecht und unbewegt, und die Augen sollten nicht wandern.

Körperempfindungen an sich spielen keine große Rolle. Treten sie verstärkt auf ist es eine Bestätigung dafür, dass das Tiefenbewusste (und somit auch die „Körperknoten“) aufgearbeitet wird und die Praxis bereits ihre ersten Früchte trägt.